Das Urostoma...

Unter einem Urostoma versteht man die Ableitung des Urins durch eine operativ hergestellte Körperöffnung in der Haut des Bauches. Mögliche Ursachen zum Anlegen eines Urostomas können angeborene Fehlentwicklungen, Atresien, Stenosen der Harnwege, Nervenschädigungen, aber auch erworbene Ursachen, wie z.B. durch Bestrahlungsschäden, Tumoren oder Verletzungen sein. Hier unterscheidet man mehrere Varianten:

 Nierenfistel, Ureterocutaneostomie, TUUC (Transuretero-Ureterocutane-Ostomie), Ileum-Conduit (Brickerblase) und Colon-Conduit. Das Ileum-Conduit wird heutzutage am häufigsten zum Anlegen eines Urostomas verwendet.

 

Da ein Urostoma eine inkontinente Harnableitungsform ist und ständig Urin aus der Hautöffnung austreten kann, ist es erforderlich, dauernd einen Beutel zu tragen, der auf die Haut aufgeklebt wird.

Es ist ein großer Vorteil eines Conduits, dass diese Form der operativen Harnableitung technisch relativ einfach durchzuführen ist. Die Anlage eines Conduits ist in der Regel auch bei schlechtem Allgemeinzustand möglich. Komplikationen dieser Harnableitungen sind selten. Die Operationszeiten sind im Vergleich zu den kontinenten Harnableitungen deutlich kürzer.

Komplikationen des Conduits können darin bestehen, dass es an den Einpflanzungstellen der Harnleiter in das Darmsegment zu einer narbigen Verengung kommen kann. Der Urin fließt dann schlecht ab (Harnstauung). In der Folge können Flankenschmerzen und Nierenbeckenentzündungen auftreten.

Das Stoma im Bereich der Haut kann sich zurckziehen oder vorwölben. Desweiteren kann es zur Ausbildung eines Bauchwandbruches in diesem Bereich der Bauchdecke kommen.

Hierdurch kann die Versorgung mit dem Beutelsystem erschwert sein, so dass es zu einer Undichtigkeit des gesamten Systems kommen kann.

 

Ileum-Conduit

 

Bei einem Ileum-Conduit, auch Brickerblase genannt (äußere Harnableitung) werden die Harnleiter in ein 15 – 20 cm langes isoliertes Dünndarmstück eingepflanzt, welches zur Haut ausgeleitet wird und diese pilzförmig überragt (Stoma). Der Urin wird mit Hilfe eines Klebebeutels, der an der Haut um das Stoma angebracht wird, gesammelt und der Urinbeutel durch den Patienten in eine Toilette entleert. Mit diesem System sind die Patienten wieder weitgehend unabhängig und können ihren gewohnten Tätigkeiten nachgehen.

 

Colon-Conduit

 

Bei einem Colon-Conduit wird zur Ausleitung ein Stück Dickdarm (Colon) benutzt. Der Urin fließt kontinuierlich von den beiden Harnleitern über das ausgeschaltete Darmsegment und das Stoma nach außen ab (künstlicher Ausgang).

Er wird in einem Beutelsystem aufgefangen. Das Beutelsystem wird wie beim Ileum-Conduit auf die Bauchdecke geklebt und deckt das Stoma ab. Die Versorgung des Beutelsystemes kann der Stomaträger nach einiger Zeit selbstständig durchführen. Zur Beratung und Betreuung sollten den Betroffenen speziell ausgebildete Krankenschwester und Krankenpfleger (Stomatherapeuten) zur Seite stehen.

 

 Quelle: ed-und-inkontinenz.de