Fachtagung Oberhausen 2011...

 

Delegiertenversammlung und Medizinische Fachtagung

vom 25. bis 27. März 2011

 

Aufgaben, Vorhaben und der Bericht des

Vorstandes für das Jahr 2010

 

 

Das Jahr 2010 war für den Selbsthilfe-Bund Blasenkrebs ein ereignisreiches Jahr. Die Vorstandsmitglieder des ShB mussten dabei feststellen, dass für die Erledigung der Vorstandsaufgaben mehr Zeit benötigt wurde, als eingeplant war.

 

Nachdem die Formalitäten (z.B. Auszählung der Delegierten und Ersatzdelegierten, die Wahl des Versammlungsleiters, die Entlastung des Vorstandes) erledigt waren, wurde unter TOP 12 ins Protokoll aufgenommen, die Wahl eines neuen Schatzmeisters zu beantragen. Außerdem wurde vom Wirtschaftsprüfer bestätigt, dass die Fördermittel der Deutschen Krebshilfe ordnungsgemäß verbucht wurden. Die satzungsgemäßen Aufgaben und Verpflichtungen wurden ordnungsgemäß erfüllt. Es gab keine Einwände.

 

Mitgliederzahl:         am 01.01.2010         =          325 Mitglieder

                                 am 01.03.2011         =          452 Mitglieder

 

Kontakte zwischen den Selbsthilfegruppen

Blasenkrebs und dem ShB

 

 Aktuell arbeiten 26 regionale Selbsthilfegruppen Blasenkrebs mit dem ShB zusammen. Diese Zusammenarbeit ist sehr unterschiedlich. von geringer Zusammenarbeit bis zu intensiver Zusammenarbeit. Im August 2010 hat sich der Arbeitskreis Mitgliedergewinnung (AK) gebildet.

Der AK Mitgliedergewinnung ist am 31.08. bis 01.09.2010 zu seiner ersten Tagung in Schwerte zusammengekommen. Teilgenommen haben 5 Gruppenleiter aus unterschiedlichen Bundesländern. Als Ergebnis dieser Tagung haben die TeilnehmerInnen dem Vorstand ein Maßnahmenprogramm mit Hinweisen auf Zielerreichung und Umsetzung vorgelegt. Dieses Maßnahmenprogramm ist vom Vorstand begrüßt worden. Leider konnte es vom Vorstand noch nicht weiter bearbeitet werden, da andere Aufgaben erledigt werden mussten.

Im Jahr 2010 wurde ein Landesbeauftragter und im Januar bzw. März 2011 zwei weitere Landesbeauftragte berufen:

Michael Wiontzek für Baden-Württemberg (2010)

Gisela Lemke für Hamburg und Schleswig-Holstein (2011)

Franz Hagenmaier für Hessen (2011)

Die Aufgaben der Landesbeauftragten beinhaltet die Förderung des ShB in einem Bundesland bezüglich Mitgliedergewinnung und Gründung neuer Gruppen nach einem mit dem Vorstand abgestimmten Konzept.

 

 

Patientenkongresse, Krebsinformationstage

 

Der ShB war wieder einmal bei zahlreichen Fachkongressen und Patientenkongresse in 2010 präsent (REHACARE in Düsseldorf, Expopharm München, SH-Tag der BKK Düsseldorf, Patientenkongresse der Deutschen Krebs-Gesellschaft, Berlin usw.:

Patientenkongresse des Patientenbeirates der Deutschen Krebshilfe

Der Patientenbeirat der Deutschen Krebshilfe veranstaltet mit den acht Bundesverbänden im Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn jährlich vier Patientenkongresse. Der ShB ist Mitveranstalter und wirkt bei der Auswahl der Themen und der Referenten, bei den inhaltlichen Vorbereitungen und bei der Programmgestaltung mit. Außerdem war der ShB bei 2 Krebsinformationstagen, die ein freier Träger durchgeführt hat, mit eingebunden. Dies wird auch in 2011 geschehen.

 

Kongresse und Messen

 

Der ShB war auch 2010 auf verschiedensten gesundheitsbezogenen Messen und Ausstellungen mit seinem Info-Stand präsent. Die wichtigsten Kongresse waren dabei der Kongress der Deutschen Krebsgesellschaft in Berlin und der Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. in Düsseldorf. Ziel dieser Präsentationen war, den ShB bei Ärzten, Apotheken usw. bekannter zu machen und auf die Arbeit der Selbsthilfe hinzuweisen.

 

  56. Kongress der NRW Gesellschaft für Urologie

 

Von den Präsidenten dieser Gesellschaft wurde der ShB zur Teilnahme an diesem Kongress eingeladen. Obwohl dies eine regionale Veranstaltung war, hat der ShB gerne teilgenommen. An dem Informationsstand des ShB gab es viele Gespräche mit den TeilnehmerInnen. Viele haben erst auf diesem Kongress erfahren, dass es den ShB und regionale Selbsthilfegruppen Blasenkrebs gibt.

 

 1.    Blasenkrebs-Symposium Gießen

 

Die Klinik für Urologie des Universitätsklinikums Gießen und Marburg hat im Dezember 2010 das 1. Blasenkrebs-Symposium zum Thema Hyperthermie- und Chemotherapie durchgeführt. Aufgrund der engen Kontakte zwischen dem Klinikum und der Selbsthilfegruppe Blasenkrebs Hessen, über Herrn Hagenmaier, wurde der ShB eingeladen, als Kooperationspartner für dieses Symposium tätig zu werden. Am Patiententag konnte der ShB die Möglichkeiten der Selbsthilfe sowie seine Ziele vorstellen und es konnten 17 neue Mitglieder gewonnen werden.

Bei dieser zweitägigen Veranstaltung wurden Ärzte aus dem Ausland (Niederlande, Israel) eingeladen.

 

Haus der Krebs-Selbsthilfe in Bonn

 

Der Vorteil der Zusammenarbeit in einem Haus liegt darin, dass gemeinsame Ressourcen genutzt werden können. Die Vorteile der kurzen Wege und der gegenseitige Austausch der einzelnen Bundesvereinigungen der Selbsthilfegruppen sind besonders wichtig.

Der ShB kooperiert mit allen Verbänden, die im Haus der Krebs-Selbsthilfe tätig sind. Die Vorstandssitzungen aller 8 dort vertretenen Krebs-Selbsthilfe-Organisationen finden 4-mal im Jahr statt. Es findet ein regelmäßiger Austausch über die gemeinsame Weiterentwicklung der Selbsthilfearbeit statt. Eingebunden ist der ShB auch bei Stellungnahmen zu Gesetzes- und sonstigen relevanten Vorhaben, bei Anhörungen und Fachgesprächen. Das gemeinsame Auftreten der im Haus der Krebs-Selbsthilfe vertretenen Verbände bewirkt im gesundheitspolitischen Bereich eine Stärkung der Interessen der Betroffenen und deren Angehörigen. Beim G-BA sind alle 8 Verbände vertreten (z.B. gesundheitspolitische Themen, Prüfung von Medikamenten, Kontakt zur Politik und Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Herrn Zöller wurde eine Resolution zum Thema Psychoonkologie übergeben).

Beim Nationalen Krebsplan wirkt Prof. Englert von der Dt. Ilco mit als Mitglied des HdKS.

 

Tag der Krebs-Selbsthilfe

 

Am 03.11.2010 fand der Tag der Krebs-Selbsthilfe in Bonn statt. Er stand unter dem Motto „Selbsthilfe – Säule der psychosozialen Versorgung“. Herr Schröder überbrachte als Vertreter des Hauses der Krebs-Selbsthilfe Grußworte an die TeilnehmerInnen und VeranstalterInnen.

 

 S3-Leitlinie Harnblasenkrebs

 

Der Vorstand hat den Präsidenten der Deutschen Gesellschaft für Urologie, Herrn Prof. Dr. Steffens, angeschrieben und gebeten, die S3-Leitlinie Harnblasenkarzinom neu erarbeiten zu lassen. Der ShB hat angeboten, bei der Erstellung mitzuarbeiten, um die Sicht der Patienten einzubringen. Vorbild für diese Leitlinie ist die Leitlinie Prostatakarzinom, die unter der Mitwirkung der Patienten erstellt wurde.

 

Einheitliches Erscheinungsbild des ShB

 

Der ShB hat seit Herbst 2007 sein neues Logo. Dieses Logo – und das war auch eine Empfehlung des Arbeitskreises Mitgliedergewinnung „ wird konsequenter bei allen Veröffentlichungen, bei allen Auftritten usw. eingesetzt. Das neue Erscheinungsbild soll den ShB bekannter und seine Leistungen deutlicher machen. Seit Herbst 2010 wird konsequent daran gearbeitet, dass bei allen Auftritten des ShB das Logo verwandt wird. Ab Anfang 2011 wurde ein neuer Flyer für die Selbsthilfegruppen erstellt sowie ein Roll-up-Banner. Dabei wurde der Flyer der Selbsthilfegruppe Blasenkrebs Hamburg als Vorlage genommen.

 

 

Internet-Auftritt

 

Die Webseite des ShB wird zurzeit überarbeitet (Gestaltung der einzelnen Bereiche, Erweiterung der Links, Terminplan usw.). Diese Arbeit ist noch nicht abgeschlossen.

 

 Büro in Bonn

 

Am 1. Oktober 2010 wurde das Büro in Bonn eröffnet. Das Büro des ShB steht den Mitgliedern bei Anfragen zur Beratung, zum gegenseitigen Erfahrungs- und Informationsaustausch sowie zur Kontaktvermittlung zur Verfügung. Informationen und Anfragen von Verbänden, Behörden, Institutionen aus dem Gesundheitswesen sollen im Bonner Büro empfangen, weitergeleitet und bearbeitet werden. Ansprechpartnerin ist Frau Corinna Busch.

 

Zeitschrift des ShB „Die Harnblase“

 

2010 wurden wieder zwei Ausgaben der Zeitschrift „Die Harnblase“ herausgegeben. Die Auflage wurde von 500 auf 3000 Exemplaren erhöht, weil die Verteilung gezielter vorgenommen wurde und somit die Nachfrage größer war.

Die Veröffentlichungen „Kleines Wörterbuch Blasenkrebs sowie die Broschüre „Blasenkrebs – was nun?“ sind noch in Arbeit und konnten in 2010 nicht fertig gestellt werden.

 

Medizinischer Beitrat

 

Die Ziele für einen Medizinischen Beirat und das Konzept zur Arbeitsweise sind aus Zeitmangel noch nicht erarbeitet worden. Der Vorstand hält die Einrichtung eines Medizinischen Beirates aber für weiterhin erforderlich.

 

 Öffentlichkeitsarbeit

 

Der ShB ist ein fester Bestandteil in der Selbsthilfe und er ist bekannter geworden. Das bedeutet, dass Blasenkrebs mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gelangt. So ist z.B. an den kommenden Krebsinformationstagen in Hannover und Bielefeld Blasenkrebs als ein eigenständiger Vortragsbereich eingeplant worden. Dies bedeutet aber nicht, dass der ShB schon den Stellenwert der Selbsthilfe in anderen Krebsbereichen erreicht hätte.

 

 

Bildungsbedarf-Abfrage

 

(Umfrage bei SHG-Leitern)

Gestiegene Anforderungen an die Beratungsangebote von Selbsthilfe-Kontaktpersonen macht es zunehmend schwieriger, den hohen Erwartungen gerecht zu werden und kompetent auf die speziellen Fragen zu antworten.

Herr Weier hat Gruppenleiter der Selbsthilfegruppen angerufen und befragt, ob und in welchem Umfang Bildungs- bzw. Schulungsbedarf vorliegt, hat nach Erfahrungswissen zu Erkrankungen, Prozessen in der Gruppe und Regelungen in der Organisation zusammengetragen. Ziel ist es, die ehrenamtlichen Mitarbeiter an der Basis mehr Orientierung in ihrer Arbeit zu geben und die Beratungsqualität zu verbessern. In Seminaren und Workshops sollen die Gruppenleiter, stellv. Gruppenleiter und auch Interessierte qualifiziert werden, um in Zukunft an der Basis noch sachkundiger beraten zu können.

 

 

Herr Weier hat nach folgenden Kriterien gefragt:

  • Medizinisches
  • Lebensführung
  • Lebensgestaltung (z.B. Veranstaltungen, Organisation, Besucherdienst)
  • Rechtliches
  • Büroorganisation (Kassenführung, Förderanträge, Internet) – hier war ein großer Bedarf zu verzeichnen.
  • Gesprächsführung (Erstkontakt, Gespräche in schwierigen Situationen, Leitung, Moderation, Vorträge, öffentl. Vorträge) hier war ein sehr großer Bedarf
  • Dann sollte noch angeboten werden: Medizinischer Überblick zum Thema Blasenkrebs zusätzlich zur zweijährigen medizinischen Fachtagung,
  • Grundlagen für angehende Gruppenleiter (Stellvertreter und Interessierte)
  • Einzelseminare (nach Bedarf)

 

 Die Fachtagung und Fachausstellung fand statt im:

 

Johanniter Krankenhaus Oberhausen

Steinbrinkstr. 96a

46145 Oberhausen

 

 

Die Themen der Fachvorträge waren:

 

Einweisung ins Krankenhaus und was dann?

 

Wünsche der Ärzte an die Patienten

Matthias Anger, Assistenzarzt der Urologischen Klinik

 

 

Bildgebende Diagnostik und neue Verfahren in der Operationstechnik

 

Prof. Dr. Jan Fichtner, Chefarzt der Urologischen Klinik

 

Nachsorge bei Blasenkrebs:

Informationen zwischen Klinikarzt und niedergelassenem Facharzt für Urologie

Dr. Franz Kaiser, Oberarzt der Urologischen Klinik

Dr. Hubertus Jansen, Facharzt für Urologie

 

 Es fanden Workshops statt zu den Themen:

-       Ernährung

-       Entspannungsverfahren

-       Beckenbodengymnastik

-       Pathologische Befunde

 

Am Sonntag wurde ein gemeinsamer Spaziergang durch Alt-Oberhausen organisiert. 1 ½ -stündiger geführter Rundgang durch die Geschichte der Schwerindustrie im Ruhrgebiet

 

Gisela Lemke

Hamburg, 14. April 2011